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15.09.2011

Gehalts ABC

Hier finden Sie Antworten auf Fragen rund um das Thema Gehalt.

Fahrtkostenzuschuss

Um Lohnnebenkosten einzusparen, können Sie Ihren Arbeitnehmern bestimmte Einnahmen zukommen lassen, für die keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsabgaben fällig werden. Das heißt, diese Leistungen können Sie Ihren Mitarbeitern auszahlen, ohne das zusätzlich Kosten entstehen und ohne das Ihrem Arbeitnehmer davon Lohnsteuer, Krankenkassenbeiträge etc. abgezogen werden.

So kann der Arbeitgeber die Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übernehmen. Auch die Erstattung der Kosten für eine Verbundfahrkarte (Jobticket) ist möglich. Aber: Es muß ein monatlicher Nachweis über den Erwerb des Tickets in der Lohnakte hinterlegt werden.

Feiertagszuschläge

Insbesondere für die Hotellerie, Gastronomie & Touristik haben die Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge (SFN-Zuschläge) eine besondere Bedeutung, was aus den sehr flexiblen Arbeitszeiten resultiert. Man kann mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass für tatsächlich geleistete SFN-Arbeit neben dem Grundlohn steuerfreie Zuschläge gewährt werden, wenn man diese Arbeitszeiten gesondert aufgezeichnet.

Zugrunde zu legen ist für die Berechnung ein Grundlohn, der sich rechnerisch aus dem Quotienten von Bruttogehalt und regelmäßigen (vertraglich vereinbarten) Arbeitszeit berechnet.

Zuschläge, die für tatsächlich geleistete SFn-Arbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden, sind nur steuerfrei, wenn sie die folgenden Prozentsätze des Grundlohns nicht überschreiten:

  • für Nachtarbeit 25 % (Nachtarbeit ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst; Nachtzeit ist dabei die Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr)
  • für Nachtarbeit in der Zeit von 0.00 bis 4.00 Uhr 40 % (wenn die Nachtarbeit vor 0.00 Uhr aufgenommen wird)
  • für Sonntagsarbeit 50 %
  • für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen 125 % (die gesetzlichen Feiertage werden durch am Ort der Arbeitsstätte geltenden Vorschriften bestimmt)
  • für Arbeit an Silvester (31. Dezember) ab 14.00 Uhr 125 %
  • für Arbeit an Heiligabend (24. Dezember) ab 14.00 Uhr 100 %
  • für Arbeit am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag (25./26. Dez.) 150 %
  • für Arbeit am 01. Mai 150 %

Als Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit gilt auch die Arbeit in der Zeit von 0.00 bis 4.00 Uhr des auf den Sonntag oder Feiertag folgenden Tages, wenn die Nachtarbeit vor 0.00 Uhr aufgenommen wird.

Ganz besonders wichtig ist, dass über die tatsächlich geleistete SFN-Arbeit ein Nachweis geführt wird. Ist dies nicht der Fall, entfällt die Steuerfreiheit.

Lohnsteuerkarte

Lohnsteuerkarten werden unentgeltlich bei den Gemeinden (Einwohnermeldeamt) nach amtlich vorgeschriebenem Muster ausgestellt. Die Lohnsteuerkarte enthält Angaben zur Gemeinde, dem zuständigen Finanzamt und Meldedaten der beantragenden Person. Diese umfassen neben Namen, Anschrift und Geburtsdatum die Angabe der Steuerklasse, die Zahl der Kinder und die Religionszugehörigkeit. Bei einer Tätigkeitsaufnahme ist die Karte beim Arbeitgeber zu hinterlegen.

Beim Lohnsteuerabzug ist der Arbeitgeber an die Eintragungen in der Lohnsteuerkarte gebunden. Der Lohnsteuerabzug richtet sich nach der Steuerklasse, der Zahl der Kinder und der Religionszugehörigkeit. Auch beim Finanzamt beantragte Lohnsteuerfreibeträge werden in der Lohnsteuerkarte bescheinigt. Zum Jahresende bescheinigt der Arbeitgeber auf der Lohnsteuerkarte sämtliche Leistungen aus dem Dienstverhältnis, auch so genannte "Lohnersatzleistungen". Diese Lohnsteuerbescheinigung bildet nach Jahresschluss eine wichtige Grundlage bei der Einkommenbesteuerung.

Im Zuge einer elektronischen Übermittlung der Steuererklärung an das Finanzamt wird an einem Ersatz für die Lohnsteuerkarte gearbeitet. 

Tarifverträge

Tarifverträge regeln die Details der Arbeits- und Einkommensbedingungen. Dazu gehören Löhne, Gehälter, Ausbildungsvergütungen, Arbeitszeit, Urlaub und Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zulagen und Zuschläge z.B. für Mehrarbeit, Nacht- und Schichtarbeit, Weiterbildungsansprüche, Kündigungsschutz und Kündigungsfristen und vieles andere. Tarifverträge werden für einzelne Branchen abgeschlossen, regional oder bundesweit ("Flächentarifverträge"), oder aber für ein einzelnes Unternehmen ("Haus- bzw. Firmentarifvertrag").

Wenn ein Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist, kann er mit seinen Beschäftigten die Arbeits- und Einkommensbedingungen frei aushandeln. Er ist nur an die gesetzlichen Mindestvorschriften gebunden (z.b. Arbeitszeitgesetz, Bundesurlaubsgesetz, Kündigungsschutz). Ansprüche aus Tarifverträgen bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern gibt es unter Umständen auf der Grundlage von allgemeinverbindlichen Tarifverträgen.

Trinkgelder

Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind Trinkgelder Zahlungen, die vom Gast freiwillig und ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Hotelier oder Gastwirt geschuldeten Zahlung gegeben werden. Seit 2002 sind Trinkgelder nach § 3 Nr. 51 Einkommenssteuergesetz steuerfrei.

Trinkgelder gehören ohne besondere arbeitsvertragliche Vereinbarung nicht zum Arbeitsentgelt; sie sind bei Entgeltfortzahlungsansprüchen nicht zu berücksichtigen (BAG, Urteil v. 28. 6. 1995, 7 AZR 1001/94). Der Anspruch auf das Trinkgeld kann beim Wirt nicht gepfändet werden. Werden dagegen Bedienungsgelder als Aufschlag auf die Preise erhoben, so steht der Anspruch darauf dem Wirt zu, der ihn durch den Kellner lediglich einziehen lässt; über das Bedienungsgeld hinausgehende Trinkgelder verbleiben dem Kellner. Das Urlaubsentgelt richtet sich auch nach den Bedienungsprozenten, nicht nur nach dem Garantielohn. Bei sog. Tronc-Systemen, die meist in Spielcasinos zum Einsatz kommen, werden die "Trinkgelder" in einem Behälter (Tronc) gesammelt. Aus diesem Tronc erhalten die Mitarbeiter einen nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel bestimmten Anteil (vgl. BAG, Urteil vom 6.11.2002, 5 AZR 487/01).

Urlaubsgeld

Vom Urlaubsentgelt (Lohnfortzahlung während des Urlaubs) zu unterscheiden ist das zusätzlich gezahlte Urlaubsgeld. Es stellt rechtlich gesehen eine Prämie, wie das Weihnachtsgeld dar, so dass die auf diesen Seiten befindlichen Ausführungen zum Weihnachtsgeld für das Urlaubsgeld entsprechend gelten. Kurz zusammengefasst: Ob es Urlaubsgeld zusätzlich zum Urlaubsentgelt gibt, ist eine Frage der (vertraglichen) Vereinbarung oder der betrieblichen Übung.

Weihnachtsgeld

In vielen Unternehmen ist die Zahlung von Weihnachtsgeld (auch 13. Monatsgehalt) zu einem festen Bestandteil geworden und für viele Arbeitnehmer mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Diese Zahlungen bedeuten jedoch für die zuwendenden Betriebe eine zusätzliche finanzielle Belastung. Zum Jahresende stellt sich daher häufig die Frage, ob überhaupt und wenn, wie viel Weihnachtsgeld an die Mitarbeiter ausgezahlt werden soll.

Der Anspruch auf Weihnachtsgeld oder ein 13. Monatsgehalt kann sich aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einem Arbeitsvertrag oder aus der "betrieblichen" Übung heraus ergeben. Trifft keine der vorgenannten Voraussetzungen zu, ist es theoretisch auch möglich, dass überhaupt kein Rechtsanspruch auf eine solche Zahlung besteht. Grundsätzlich gilt es bei der Überlegung zur Zahlung von einem Weihnachtsgeld oder einem 13. Monatsgehalt zu bedenken, ob eine bereits erbrachte Leistung oder die Betriebstreue belohnt werden soll. Diese Betrachtungsweise hat im Hinblick auf eine evtl. Kürzung auf Grund von Fehlzeiten eine entscheidende Bedeutung.

In jedem Falle ist das 13. Monatsgehalt ein steuerpflichtiger Arbeitslohn und wird wie sonstige Bezüge versteuert.

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