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12.10.2012

Integrationskurs - Was ist das?

Wenn Sie in Deutschland leben möchten, sollten Sie Deutsch lernen. Das ist wichtig, wenn Sie Arbeit suchen, Anträge ausfüllen müssen, Ihre Kinder in der Schule unterstützen oder neue Menschen kennen lernen möchten. Außerdem sollten Sie einige Dinge über Deutschland wissen, zum Beispiel über die Geschichte, die Kultur und die Rechtsordnung.

All das lernen Sie im Integrationskurs. Wichtige Informationen zum Kurs finden Sie auf der Website www.bamf.de

Inhalt und Ablauf

Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Der allgemeine Integrationskurs dauert 660 Stunden, je nach Ausrichtung des Kurses, der für Sie in Frage kommt, kann die Gesamtdauer auch bis zu 960 Stunden betragen.

Der Sprachkurs

Der Sprachkurs ist Teil des Integrationskurses. Er dauert im allgemeinen Integrationskurs insgesamt 600 Stunden, in den Spezialkursen bis zu 900 Stunden.

Im Sprachkurs werden wichtige Themen aus dem alltäglichen Leben behandelt, zum Beispiel:

  • Einkaufen / Handel / Konsum
  • Wohnen
  • Gesundheit und Hygiene / menschlicher Körper
  • Arbeit und Beruf
  • Aus- und Weiterbildung
  • Betreuung und Erziehung von Kindern
  • Freizeit und soziale Kontakte
  • Medien und Mediennutzung.

Außerdem lernen Sie, auf Deutsch Briefe und E-Mails zu schreiben, Formulare auszufüllen, zu telefonieren oder sich auf eine Arbeitsstelle zu bewerben. Die Themen variieren, je nachdem welche Kursart Sie besuchen. Nehmen Sie zum Beispiel an einem Jugendintegrationskurs teil, werden Themen behandelt, die besonders Jugendliche interessieren, wie etwa die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz.

Im Verlauf des Sprachkurses nehmen Sie an Zwischentests teil. Damit bereiten Sie sich auf die Abschlussprüfung am Ende des Integrationskurses vor.

Der Orientierungskurs

Im Anschluss an den Sprachkurs besuchen Sie den Orientierungskurs. Er dauert 60 Stunden.

Im Orientierungskurs sprechen Sie zum Beispiel über:

  • deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur
  • Rechte und Pflichten in Deutschland
  • Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft
  • Werte, die in Deutschland wichtig sind, zum Beispiel Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung.

Den Orientierungskurs schließen Sie mit dem Abschlusstest ab.

Vollzeit oder Teilzeit?

Es gibt Vollzeit- und Teilzeitkurse. Grundsätzlich wird der Integrationskurs in Vollzeit besucht.

Ein Teilzeitkurs bietet sich in Ausnahmefällen an, beispielsweise wenn Sie berufstätig sind. Möglich sind dann auch Nachmittags- und Abendkurse.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Vor Beginn des Integrationskurses führt der Kursträger einen Einstufungstest durch. Das Ergebnis hilft ihm, zu entscheiden, mit welchem Kursabschnitt Sie beginnen sollten und ob ein spezieller Integrationskurs sinnvoll wäre.

Wenn Sie immer ordnungsgemäß am Unterricht teilgenommen, das volle Stundenkontingent des Integrationskurses ausgeschöpft, aber in der Sprachprüfung des Abschlusstests das Sprachniveau B1 nicht erreicht haben, können Sie einen Antrag auf einmalige Wiederholung von 300 Unterrichtsstunden stellen. Sie können dann auch noch einmal kostenlos an der Sprachprüfung teilnehmen.

Hinweis

Den Antrag richten Sie bitte an die für Sie zuständige Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Kursabschnitte überspringen und Kursträger wechseln

Sie dürfen Kursabschnitte überspringen und Sie können einzelne Kursabschnitte wiederholen, auch wenn Sie bereits 1200 Unterrichtsstunden erreicht haben. Dann müssen Sie allerdings den Kurs selbst bezahlen.

Sie dürfen zudem am Ende eines jeden Kursabschnittes (nach 100 Unterrichtsstunden) den Kursträger wechseln.

Informationen vor Ort

Hier können Sie sich an Ihrem Wohnort weiter informieren:

  • Jugendmigrationsdienste und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
  • Amt für Integration oder interkulturelles Büro der Gemeinde
  • Kulturzentren
  • Sprachschulen und Universitäten
  • Arbeitsagentur und Job-Center

EU-Bürger
Anspruch auf Teilnahme


Als EU-Bürger haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kann Sie aber zum Integrationskurs zulassen, wenn Sie noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besonders integrationsbedürftig sind und es freie Kursplätze gibt. Füllen Sie dafür einen Antrag auf Zulassung zu einem Integrationskurs aus.

Bitte lesen Sie auch d
as Merkblatt zum Integrationskurs.pdf

Schicken Sie den ausgefüllten Antrag unterschrieben an die für Sie zuständige Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Tipp

Wenn Sie schon einen Integrationskursträger gefunden haben, können Sie ihn bitten, Ihnen beim Ausfüllen des Formulars zu helfen. Der Kursträger beantwortet außerdem Ihre Fragen.

Anmeldung bei einem Kursträger


Wenn Sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Zulassung zum Integrationskurs (Berechtigungsschein) erhalten haben, können Sie sich einen Integrationskursträger aussuchen. Einen Integrationskursträger in Ihrer Nähe finden Sie mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS. Sobald Sie einen Kursträger gefunden haben, geben Sie dort Ihren Berechtigungsschein ab.

Den passenden Kurs auswählen


Der Kursträger wird Ihnen helfen, einen passenden Kurs auszuwählen. Außerdem muss er Ihnen sagen, wann der nächste Kurs beginnt. Mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS können Sie einen Kursträger in Ihrer Nähe suchen. Das Auskunftssystem zeigt Ihnen die Adresse und die Telefonnummer an.

Fahrtkostenzuschuss oder Fahrtkostenerstattung

Wenn Sie zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet worden sind und Arbeitslosengeld II bekommen, werden Ihnen die notwendigen Fahrtkosten erstattet. Das gilt auch, wenn Sie vom Kostenbeitrag für den Integrationskurs befreit wurden. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie ordnungsgemäß am Integrationskurs teilnehmen.

Einen Zuschuss zu Ihren Fahrtkosten können Sie erhalten, wenn die Ausländerbehörde Sie zur Teilnahme verpflichtet hat und Sie kein Arbeitslosengeld II bekommen. Den Antrag schicken Sie ebenfalls unterschrieben an die für Sie zuständige Regionalstelle.

Kostenbeitrag

Für jede Unterrichtsstunde des Integrationskurses müssen Sie 1,20 Euro zahlen (Kostenbeitrag). Wenn Sie sich vor dem 1. Juli 2012 zu Ihrem Integrationskurs angemeldet haben, beträgt der Kostenbeitrag 1,00 Euro. Den Rest übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Ein allgemeiner Integrationskurs besteht aus 660 Stunden. Deshalb kostet Sie dieser gesamte Kurs 792,00 Euro (bei Anmeldung vor dem 1. Juli 2012 kostet er Sie 660,00 Euro). Sie müssen diesen Betrag nicht auf einmal zahlen, sondern können ihn pro Kursabschnitt á 100 Unterrichtsstunden entrichten. Wenn Sie einen Spezialkurs mit entsprechend mehr Unterrichtseinheiten besuchen, fällt auch der Kostenbeitrag höher aus (z.B. 1.152,00 Euro bei 960 Unterrichtsstunden).

Wenn Sie Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bekommen, werden Sie auf Antrag vom Kostenbeitrag befreit. Sie können auch dann vom Kostenbeitrag befreit werden, wenn Ihnen die Zahlung des Kostenbeitrages aufgrund Ihrer wirtschaftlichen oder persönlichen Situation besonders schwer fällt. Den erforderlichen Antrag finden Sie rechts in der Spalte. Schicken Sie den Antrag ausgefüllt und unterschrieben an die für Sie zuständige Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Welche Regionalstelle für Sie zuständig ist, erfahren Sie mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS.

Tipp

Wenn Sie den Abschlusstest am Ende des Integrationskurses innerhalb von zwei Jahren nach Ausstellung der Teilnahmeberechtigung bestehen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Hälfte Ihres Kostenbeitrages zurückbekommen. Hierfür müssen Sie einen Antrag stellen, den Sie unterschrieben an die für Sie zuständige Regionalstelle senden.

Wenn Sie von der Zahlung des Kostenbeitrages befreit wurden, werden Ihnen auch die notwendigen Fahrtkosten erstattet. Voraussetzung ist, dass Sie ordnungsgemäß am Integrationskurs teilnehmen.

Quelle: www.bamf.de
 

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